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Das ist etwas Besonderes. Denn dieses Tal und sein Pfadfinderzeltplatz sind üblicherweise feuchter als der Oderbruch. Auch hier zog einst die Bundeswehr die Pfadfinder aus Wasser und Schlamm. Wir genossen vor gefühlten 15 Jahren (gemeinsam mit den Lohmarer Pfadfindern) gottlob „nur“ woodstockeske Verhältnisse. Dennoch und glücklicherweise traute sich der Stamm Ichtys dieses Jahr an Pfingsten – von Samstag bis Montag – ins Brexbachtal (Nähe Koblenz).
... nach kurzer, aber knackiger Wanderung am Lagerplatz ankamen, ging der Aufbau unserer drei Stufenjurten, der Ovaljurte für die Leiter und Rover, eines Sonnenschutzes und das Präparieren der vorhandenen Holzhütte als Küche relativ flott vonstatten. Der Nachmittag konnte zur Exploration der Umgebung – Wald, Bach, Höhlen, Stollen, Brücken, Toiletten – oder auch (beliebt bei älteren, weniger neugierigen Pfadfindern) zum Werfen einiger Volleybälle genutzt werden.
Zu den Beschäftigungen am ersten Tag gehörten natürlich auch ein paar Kennenlernspiele, bei denen es in der Hauptsache – neben dem Erlernen der Namen und der Fortentwicklung der Gruppe an sich – um Lebensentscheidungen wie „Pommes oder Pizza“ und deren möglichst sinnfreie Begründung ging. Entspannung und Harmonie also. Ebendiese brachen am Abend (nach leckerem Gegrilltem (Danke, Herr Mattusch, D.!) kurzzeitig ab.
Zum Lagerfeuerabend warfen wir unsere fantastischen Kostüme und die dazugehörigen Rollen über. Als es dann am schönsten war (wann sonst), platzte ein gewisser feuerspeiender Baron Mordevolt in unseren Kreis und verhexte unseren Vorstand in gackernde Hühner. Nicht weiter schlimm, für uns bedeutete das nichts Neues. Dennoch nahmen wir die Aufgaben zur Aufhebung des Fluches auf uns: Pantomime, ein „erlebnispädagogisches Experiment“ und das Singen des Pfadfinderliedes: Nein, nicht „Happy Birthday“, liebe Kinder! Das Lager musste zum Studieren des richtigen Liedes genutzt werden.
... wartete mit einem – wie eigentlich immer – flotten und kommunikativen Gottesdienst auf, an dem tatsächlich alle christlichen Pfadfinder im Brexbachtal (und das waren an Pfingsten ziemlich viele) trotz der Hitze auf dem freien Feld vor der Open-Air-Kapelle teilnahmen. Der Rest des Vormittags versprach – wie der vorherige Abend – Entspannung, Spaß und Harmonie für alle Beteiligten und abermals wurde diese – abermals durch Baron Mordevolt – gestört. Diesmal erschien er ohne Zauberhut, dafür in Ritterrüstung, auf dem Bergkamm über unserem Lager und verfluchte uns alle. Noch Minuten nach seinem Verschwinden brüllten ihm einige Wös übelste, aber fantastische Verwünschungen hinterher. Mussten wir hier von übersteigerter Aggression oder konnten wir hier von einer ordentlichen kindlichen Fantasiewelt ausgehen?
Jedenfalls wollten wir den Nachmittag nutzen, den Fluch und auch Baron Mordevolt loszuwerden. Also hinein in die Kostüme und auf ins (wirklich einzigartige) obere Tal des Brexbaches. In kleinen Gruppen lösten wir dort knifflige Rätsel, überwanden Flüsse, erkundeten alte (sichere) Stollen, erhandelten wichtige Tipps vom Wirt, bezirzten eigentümliche Hexen und verjagten verschrobene Trolle mit Wasserbomben, um letztendlich den Fluch zu lösen und Baron Mordevolt im Brexbach zu versenken. Er ging dabei in Flammen auf und verwandelte sich erst in Lord Voldemort und dann in Luft und dann in Alex K..
Diesem Abenteuer folgte ein fast bündischer/jugendbewegter (s. „wikipedia.de“) langer und schöner Lagerfeuerabend. Bis auch das letzte „ursprüngliche“ Lied (neben „Ottokar hat Segelohren“) gesungen war.
Dieses Lager war für uns Leiter – bis auf die nahezu obligatorischen Querelen zwischen Juffis und Wös – ein sehr angenehmes und angenehm spannendes. Erfreulicherweise sahen das – der Reflexion zufolge – die Wös, Juffis, Pfadis und Rover gar nicht anders. Vielleicht auch, weil wir uns der Anwesenheit vieler momentan Inaktiver erfreuen durften, die in Programm und Stimmung einen ganz besonderen Pfiff brachten. Dementsprechend hatte das „Gut Pfad“ zum Ende der Abschlussrunde einen müden, aber zufriedenen Einschlag.
Jo
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